Rumtreiber
Blogeintrag #3 - Weltreisetag 4-7

Laguna de Bacalar

08. - 11.05.2019 - Die Kunst des Müßiggangs
Einfach mal .... langweilen
Und das neue Ziel heißt: BACALAR!

Nach dem Aufstehen lassen wir's erst mal langsam angehen ... ein entspanntes Frühstück, ein bisschen Blog-/Vlog-Arbeiten, ein Sprung in den Pool und dann ist es auch schon soweit, dass wir uns von Tulum verabschieden müssen. Pünktlich (deutsch) wie die Maurer kommen wir am Tulum Terminal an mit unserem Weltreisegepäck und werden schon 5 Minuten vor Abfahrtszeit nervös, weil der Bus nicht einfährt ... MAAAANN, diese alten Gewohnheiten kriegt man nicht so schnell abgelegt drum müssen wir uns auf Dauerschleife in Erinnerung rufen: hier ticken die Uhren anders! Als Bahnfahrer in Deutschland ist man das ja prinzipiell gewohnt, jedoch scheinen wir uns im Ausland noch auf diese Verhältnisse einstimmen zu müssen. Mit einer Stunde Verspätung kann's dann los gehen.
Wie bereits erwähnt, sind die Busse der Gesellschaft ADO maximal komfortabel. Lustiger Weise werden regelmäßig Hollywood-Schnulzen zur Unterhaltung ausgestrahlt. Mit spanischer Übersetzung lässt sich dieses Feature prima als Sprachunterricht nutzen! Die 3 Stunden vergehen wie im Fluge.

In Bacalar angekommen, kämpfen wir uns mit dem Gepäck durch die Nachmittagshitze. Unser über AirBNB bezogener Bungalow wartet bereits auf uns oder besser gesagt, ein guter Freund des Inhabers, Thomas. Er fängt uns bereits auf der Straße ab, da wir zielstrebig im Stechschritt an der Adresse vorbei gelaufen sind. Das Apartment ist toll! Klein aber fein, mit eigener Terrasse und rudimentärem aber sehr sauberem Außenbad (Esther fühlt sich sogleich an ihre ländlich geprägte Kindheit erinnert). Kaltwasser ist auf jeden Fall genau das Richtige bei diesen Temperaturen - wir fühlen uns direkt heimisch.
Die Zielvorgabe für die nächsten Tage lautet: Maximale Entschleunigung ...
In Bacalar kann man nämlich eine Sache so richtig gut umsetzen - NIX MACHEN! Hier stehen die Uhren irgendwie still ... das Örtchen Bacalar liegt an einem wunderschönen See im Südosten Yucatans, der Laguna Bacalar, der durch seine unwirklich erscheinende türkisblaue Farbe beeindruckt. Bacalar selbst ist winzig und besteht nur aus wenigen Lokalitäten, die man so zum Leben braucht. Und das ist herrlich!
Wir genießen den ersten Spaziergang durch dieses kleine Idyll und haben das Glück, uns für den Abend ein tolles Essen bei „Christians Tacos" gönnen zu können, einem kleinen günstigen Lokal mit süßem Vorgarten, in dem wir leckere Cervezas mit Burritos und anderen Leckereien genießen.
So fühlt sich also dieser ominöse Müßiggang an ....
Am Vormittag schlagen wir uns ganz schön mit der Technik rum. Adrian hat abends noch das Video zu unserem 2. Blog geschnitten aber wegen der starken Windverhältnisse während einiger Aufnahmen zickt der Ton ganz schön rum. Ein gutes Frühstück, bestehend aus einer frischen Früchtebowl, darf dann wohlwollend in Anspruch genommen werden.
Anschließend schlendern wir weiter zum See, um endlich dieses einzigartige Ambiente genießen zu können. Wir stellen fest, dass viele Badestrände nur gegen eine Gebühr genutzt werden können. Die ist oft zu hoch für unser bescheidenes Weltreisebudget ;-) aber am äußeren Ende des Örtchens werden wir auf einmal fündig: ein kleiner Badestrand für unschlagbare 30 Cent (f. 2 Personen) tut sich auf - besucht wird dieser ausschließlich von Einheimischen, weswegen wir gleich die Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Die Badegäste sind alle supersüß und versuchen, mit uns ins Gespräch zu kommen. Chillige Musik und mexikanische Rhythmen sorgen zusätzlich für ein entspanntes Zusammensein. Das Wasser im See ist der absolute Oberhammer! Erfrischend und klar wie Kloßbrühe ... vergiss‘ die Algenpest! DAS ist Karibik ... an einem See ...
Fiese Stolperfallen und rutschige Bettkanten
Die Tage plätschern nur so dahin ... wir bewegen uns zwischen Essen (tolles Frühstück im „Patio Aguacate" für 3,30 EUR pro Person inkl. Kaffee und O-Saft, unschlagbarer und riesiger Smoothie im „El Dinosaurio" für 2,10 EUR usw.), Entspannen am See und unserem Apartment hin und her - mehr gibt es nicht zu tun und die Seele baumelt bis sie quasi wie Käse in der Sonne dahin schmilzt.
Beim „El Dinosaurio“ erhält man Smoothies in Dino-Größe und kann noch eine Yoga-Session dazu buchen
El Dinosaurio

Apropos „schmelzen" - natürlich hat es uns in der Mittagshitze mal wieder zu einem kleinen Ausflug getrieben und zwar zur Cenote de la Bruja. Wie bereits im Vlog berichtet (öhm, glauben wir zumindest ...), ist die Laguna Bacalar ja nichts anderes als ein Zusammenschluss unzähliger Cenoten, die letztendlich diesen See in einer Gesamtlänge von ca. 45 km gebildet haben. Ringsum gibt es dann noch die ein oder andere Cenote, wie eben die heute besuchte. Dieses „Loch im Erdboden" ist an der tiefsten Stelle sage und schreibe 180 Meter tief (!!) und setzt sich in tiefem dunkelblau eklatant vom übrigen See ab. Nach unserem Kreuzgang durch die sengende Sonne kommt uns diese Abkühlung gerade recht und dazu liegt diese Oase noch ganz idyllisch und doch abgelegen, so dass wir ganz alleine an diesem wunderschönen Steg herum hängen können.
Ortsansässige (und absolut unzuverlässige) Quellen behaupten übrigens, Esther sei am Abend zuvor so entspannt gewesen, dass sie doch schnurstracks wie ein Mehlsack aus dem Bett geplumpst sei. Ebenso fand das Gerücht Gehör, dass Adi - so fasziniert von seinen frisch gedrehten Drohnenaufnahmen - doch glatt in ein Loch gestürzt sei. Beide Behauptungen können von unserer Seite nicht bestätigt werden und sollten somit unter der Rubrik „Mythen und Legenden aus Bacalar und Umgebung" ewige Ruhe finden ...
Mystisch: Streetart in Bacalar
Morgen wird uns wieder das Reisefieber packen und das nächste Ziel steht auf unserer Liste ...

Zusammenfassend kann man wirklich NUR Gutes über Bacalar berichten. Runterkommen - entspannen - nichts tun (außer lange Spaziergänge unternehmen und lecker essen) und das Wahnsinnspanorama sowie das relaxte Völkchen genießen. Wir haben unglaublich viele Menschen hier kennen gelernt, vor allem Einheimische sowie Ausflügler aus Mexiko City. Mit Letzteren haben wir zum Teil bereits Nummern ausgetauscht. Besonders das Pärchen Liliana und Raul ist uns im Gedächtnis geblieben. Neben tollen landesweiten Tipps haben sie angeboten, stets für uns als Kontakt für Fragen aller Art zur Verfügung zu stehen. Und vielleicht trifft man sich auch wieder in der Hauptstadt.
In Bacalar entsteht jeden Tag neue Kunst an den Hauswänden

Viele Einwohner Mexikos sind aus allen Ecken und Enden des Landes hier her ausgewandert, um diese friedliche Ecke zu ihrem neuen Zuhause zu machen. Und diese Anziehungskraft ist hier überall zu spüren.
Seht mehr in unserem folgenden Vlog
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Tilda