Rumtreiber
BLOGEINTRAG #13 - WELTREISETAG 48 - 53

Machu Picchu

21.- 26.06.2019 - altehrwürdiges Cusco im Schatten der alten Inkastadt
Eine Runde aufwärmen, bitte!
In Cusco springen wir quasi vor Freude im Dreieck, als wir den Schlüssel für unser gemütliches Zimmer im „Cozy Room Hostel" erhalten. Die Nacht kostet 13,25 EUR/Person und die Inhaber Elisman und Keyvin sind wirklich sehr nett und hilfsbereit.
    Frühstück über den Dächern von Cusco - unsere Dachterrasse im „Cozy Room Hostel“

    Nach einer langen, kalten Nacht am Flughafen von La Paz steht jetzt Folgendes auf dem Plan:
    1
    Heiß duschen
    Hmm ...das Wasser ist lange eiskalt, wird kurz warm und dann wieder eiskalt ... AAAH! Nach den letzten kalten Tagen und Wochen ist Esther der Verzweiflung nahe, als sie vollends eingeseift und zitternd im Bad steht und ca. 15 Min. warten muss, bis das Wasser wieder lauwarm wird denn in Cusco selbst herrschen aktuell auch nicht wirklich warme Temperaturen.
    2
    Wäsche machen
    Das Hostel bietet einen Wäscheservice an. Wir übergeben Elisman direkt einen ganzen Sack voller Klamotten, denn da hat sich mittlerweile ganz schön was angesammelt.
    3
    Essen fassen
    Hierzu schlagen wir uns durch etliche am Boden sitzende Verkäufer von allerlei Lebensmitteln zum San Pedro Market durch. Ein kurzer Einblick in die Markthalle genügt um uns zu sagen:
    Hier seid Ihr genau richtig!
    Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, Fleisch, allerlei Nippes ... hier findet man wirklich ALLES und das absolute Highlight hier ist wirklich die „Smoothie"-Meile, wie wir sie nennen.
    Vitaminzufuhr erforderlich? Hier kann auf jeden Fall geholfen werden ...
    Ein Saftstand reiht sich an den anderen und die netten Damen locken die potentiellen Kunden mit hübschen Kostümen und winkenden Händen zu ihren Ständen. Für 2 EUR bekommt man einen knappen Liter frischen Saft aus allerlei Fruchtkombinationen.
    Um die Ecke tut sich die Fressmeile auf und man kann ein warmes Gericht für 1,35 EUR genießen - und wir können bestätigen, dass die Mengen nicht zu knapp bemessen sind!
    Nachdem wir uns den Ranzen voll geschlagen haben, schlendern wir weiter zum Stadtzentrum von Cusco. Die Müdigkeit von der strapaziösen Nacht in La Paz ist wie verflogen und wir saugen die Eindrücke ein wie Schwämme denn Cusco ist wirklich ein ganz reizendes Städchen, gelegen auf ca. 3.200 Metern Höhe zwischen grünen Hügeln. Und dann findet hier aktuell noch das „Fest der Sonne“, auch Inti Raymi genannt, statt.
    Viele traditionelle Tanzgruppen aus den unterschiedlichsten Regionen Perus ziehen in Prozessionen und in Tracht musizierend durch die Straßen. Alles leuchtet in bunten Farben ... sogar Kondoren-Kostüme werden getragen und die berühmten Brückenflechter aus der Provinz Canas sind gekommen und demonstrieren ihre einzigartige Handwerkskunst.
    Faszinierend, dieses Cusco ... Einige Bauwerke aus der Inkazeit sind noch erhalten, da sie - anders als die späteren colonialistisch-spanischen Gebäude - den vielen Erdbeben in dieser Gegend standhielten.
    Übrigens war Cusco einst die Hauptstadt Perus. Allerdings haben die Spanier seinerzeit den Weg hier her als zu beschwerlich angesehen, weshalb sie kurzerhand Lima als neues Landeszentrum auserkoren haben. Zur Stadtgeschichte zu Zeiten der Inkaherrschaft kann man übrigens im Museum Coricancha hier in Cusco noch sehr viele Artefakte & Bauwerke besichtigen.
    Wichtig für uns heute noch: wir müssen uns zeitig um die Reise zum Machu Picchu kümmern denn aktuell ist Hochsaison und was wäre eine Reise durch Peru ohne den Besuch dieses „neuen Weltwunders"?! Sicher, Machu Picchu gehört zu den meistbesuchten Stätten Südamerikas aber ob man will oder nicht: trotz der Touristenmassen besticht dieser Ort durch seine Einzigartigkeit. Also bleibt einem ja nichts anderes übrig :-)
    Wir organisieren uns mit Hilfe unseres Gastgebers Elisman zwei Onlinetickets für 6 Uhr morgens (die Besuchszeiten sind vorgegeben) und die Fahrt mit einem Kleinbus in die Region. 2 Tage später sitzen wir in einem 20-Sitzer voller Peruaner und fahren sechs Stunden nach Hidroelectrica, unserem Startpunkt für die Reise zum Machu Picchu.
    Der Sternenhimmel aus der Inka-Perspektive: das Sternbild des Lamas
    Die Reise zum „alten Gipfel“
    Die Fahrt ist wirklich wunderschön und führt über beeindruckende Passstraßen und kleine Ortschaften. Wir genießen die Fahrt ... BIS der Bus auf einen Schotterweg einbiegt ... und DANN windet sich unser Gefährt auf unbefestigten Wegen vorbei an tiefsten Abgründen, die gefühlt ins Unendliche hinab fallen! Der Gegenverkehr muss sich im Ameisentempo an uns vorbei drücken, damit er nicht bis nach China in die Tiefe stürzt. Wie war das mit Esthers Höhenangst, die übrigens ihren Fensterplatz bis dahin sehr genossen hat?
    Esther V., Weltreisende mit versehentlich zugebuchtem Höhenangst-Konfrontationstherapie-Paket :
    „Ich will sterben - ich WERDE sterben!“
    Diese und noch viele weitere unsägliche Verwünschungen sind wohl das Einzige, was ihr für die nächsten 30 km durch den Kopf geht. Nassgeschwitzt (das gilt zumindest für Esther) kommen wir in Hidroelectrica an. Dies ist eigentlich nur der Name für ein Wasserwerk aber von dort aus kann man 11 km lang an den Schienen entlang spazieren und somit zu Fuß zur Enstation des Zuges, Aguas Calientes, gelangen - unserem 2. Etappenziel zum „alten Gipfel“, wie der Machu Picchu übersetzt heißt.
    Die Wanderstrecke macht total Spaß und das Wetter könnte mit seinen 23 Grad nicht angenehmer sein! Rauschende Bäche und Flüsse, sattes Grün, Ausblicke über tiefe Täler ...
    Da dieser Wanderweg schon lange kein Geheimtipp mehr ist, haben sich auf der Strecke ein paar kleine, aber sehr süße Restaurants nieder gelassen - drum ist auf dem Weg auch fürs leibliche Wohl gesorgt und ein Toilettengang ist auch mal drin :-)

    Die Strecke an den Schienen entlang ist übrigens absolut ungefährlich, wenn man sich an ein paar kleine Verhaltensregeln hält. Außerdem kündigt sich der (langsame) Zug lange im Voraus durch unüberhörbares Tuten an.
    In Aquas Calientes angekommen, erschrecken wir erst mal vor diesem Stadtbild, was für uns wie das „Disneyland von Peru" wirkt - ein groteskes Abbild dieses beeindruckenden Landes, was aber wohl in einigen touristischen Köpfen als „schön" wahrgenommen wird, hört man die Stimmen der dort anwesenden Gäste. Irgendwie schade, denn auch wenn Machu Picchu ein Touristenmagnet ist, so hätte es doch vielleicht für diesen Ort auch eine etwas authentischere Alternative gegeben. Aber sei's drum - wir sind ja nicht wegen Aguas Calientes hier.

    Morgen früh klingelt um 3:30 Uhr der Wecker, da wir um 4 schon an der Busstation vorstellig werden müssen. Wir essen also noch etwas (leider total überteuert und eher mittelmäßig aber es gibt KEINE Alternativen dort) und hauen uns dann sogleich ins Bett.
    Der frühe Vogel kriegt den Bus ...
    Am nächsten Morgen stehen wir um Punkt 4 Uhr am Busbahnhof und das ist auch gut so, denn die Schlange bildet sich recht schnell hinter uns. Alle wollen früh am Gipfel sein, um ohne den großen Ansturm die Anlage genießen zu können.
    Die Schlange an der Busstation - noch überschaubar, denn vor den Zeitrestriktionen waren die Zustände wohl wesentlich schlimmer
    Eigentlich wollten wir den frühmorgendlichen Fußweg wählen aber da das Tor zum Aufstieg erst um fünf geöffnet wird und man dort mit sehr sehr vielen Leuten den Aufstieg in stockdunkler Nacht innerhalb einer Stunde irgendwie bewältigen muss, um den 6-Uhr-Pass einlösen zu können, haben wir uns kurzerhand für die Buslösung entschieden. Wie sich herausstellt, war diese Entscheidung richtig, denn als wir um kurz vor 6 Uhr am Eingang zum Machu Picchu ankommen, haben es bisher nur ein paar hartgesottene Fitnessgurus geschafft (5-8 nassgeschwitzte Gesellen), den Weg innerhalb dieser Stunde zu erklimmen - wir sagen mal, wir wären sicherlich NICHT unter diesen ersten 5-8 Personen gewesen ;-) ja, okay ... der Adi vielleicht ...
    Am Eingang angekommen, füllen sich die Reihen hinter uns blitzschnell denn in Kürze öffnet der Machu Picchu seine Türen.
    Der Lageplan verrät: hier gibt es viel zu sehen!

    Jetzt ist es endlich soweit! Wir betreten den Ort, der bei uns Beiden ganz oben auf der TOP-Liste der „To Do's of Life" steht... vor uns erhebt sich der Machu Picchu in der Morgendämmerung!
    Nach und nach geht die Sonne über den umliegenden Hügeln auf und wir werden Zeuge davon, wie die ehemalige Inka-Siedlung in goldenes Licht taucht - die Bilder brennen sich in unsere Hirne und wir sind überglücklich, dieses Schauspiel mit ansehen zu können!
    Touristenströme hin oder her - es führt kein Weg an diesem beeindruckenden Ort vorbei, wenn man dieses Land besucht ... es SOLLTE kein Weg daran vorbei führen. Denn was man hier zu sehen bekommt, verleiht Jedem eine Gänsehaut!
    Nicht nur der Machu Picchu selbst bietet einen einmaligen Anblick - auch die Landschaft haut jeden Besucher aus den Socken

    Wir treiben uns stundenlang auf dem Gelände herum und versuchen, die Eindrücke so gut wie möglich für uns zu konservieren. Nach vielen Stunden entscheiden wir uns für den Abstieg. Wir wählen den Trekkingpfad, der bergab natürlich weniger beschwerlich ist als umgekehrt ... allerdings ist der steile Pfad mit seinen teils Monstertreppen nicht zu unterschätzen und die Oberschenkel werden kräftig trainiert (das gilt eher für „kleine" Menschen wie Esther).
    Neben dem Trainingseffekt kann man eine wunderschöne Aussicht ohne Zeitstress genießen - ein Privileg, welches dem Wanderer beim frühmorgendlichen Aufstieg im Dunkeln verwährt bleibt.
    Volltrunken von den schönen Bildern in unseren Köpfen genehmigen wir uns Eis & Kuchen nach der Anstrengung. Anschließend treten wir die Heimreise nach Cusco an. Unser Zimmerchen im „Cozy Room Hostel“ wartet schon.

    Den letzten Tag in dieser schönen Stadt verbringen wir damit, ein wenig am Blog zu arbeiten und uns abends noch kurz vor Ende unserer Reise einen waschechten Pisco Sour (okay, es war eine vegane Variante ohne Eiweiß) zu gönnen. Dazu leisten wir uns im „Chia Vegan Kitchen" noch die größte vegane Grillplatte, die die Welt je gesehen hat!


    Was für ein Erlebnis ... die Eindrücke dieser kunterbunten Stadt und ihrer Bewohner werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Von der Einzigartigkeit unserer Machu Picchu-Reise ganz zu schweigen ... aber wir müssen weiterziehen ins nächste Abenteuer ... Hasta Luego, Cusco!
    Seht mehr in unserem folgenden Vlog
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