Rumtreiber
BLOGEINTRAG #8 - WELTREISETAG 23-29

Mexiko City

27.05. - 03.06.2019 - unser Städtespecial: von der kulinarischen Hochburg Oaxaca bis zur Mega-Metropole Mexico City
Kleine Raupe Nimmersatt ...
Wir haben uns mal wieder für eine nächtliche Busreise entschieden und sparen somit Kosten für eine Übernachtung ein ... sehr schlau und wir haben das bis jetzt schon 3x so gehandhabt und unser Budget geschont, um mehr Kohle für Ausflüge raus zu hauen. Und wo geht's jetzt hin? Wir entscheiden uns für Oaxaca!
Wunderschönes Oaxaca

So viel Spannendes haben wir bereits über diese Stadt gehört und wir möchten uns jetzt selbst mal ein Bild vom bunten Treiben, den kulinarischen Highlights und den eindrucksvollen Kolonialbauten machen, die diese Stadt zu bieten hat.
Wir steigen bereits um 8 Uhr in der Früh im zentrumsnahen „Hostel Chocolate" für 12,50 EUR pro Person/Nacht ab. Schön ist es hier; das Gebäude wurde im Kolonialstil errichtet und verfügt über einen schönen Innenhof sowie eine riesige Dachterrasse! Auch treffen wir einen „alten Bekannten“ dort wieder: Alex aus Schweden, dem wir an unseren letzten Stationen bereits begegnet sind.

Die Stadt erwacht nun nach und nach und zeigt sich von seiner wunderschönen Seite. Wir schlendern durch die Gassen und ergötzen uns an den farbenfrohen Gebäuden, den individuellen Schokoladenshops, Mezcal-Bars und Kunstgalerien, die das Stadtbild prägen. Tatsächlich wurde das Zentrum Oaxacas vor einigen Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und kein Gebäude ragt über die Höhe von 2-3 Stockwerken hinaus (außer die Kirchen, natürlich).
Wir haben hier einen ganz klaren Auftrag zu erfüllen: Völlerei! Denn Oaxaca ist bekannt für seine kulinarischen Ergüsse und eine Top-Küche ... Herausforderung angenommen!
Eine Stadt voller Kämpfernaturen
Am nächsten Tag nehmen wir - ähnlich wie in San Cristobal de las Casas - an einer sog. „Free Tour" durch die Stadt teil. Unser Guide, Raoul, ist ein unfassbar sympathischer junger Mann der aus der Gegend stammt und eigentlich zum Urvolk der Zapoteken gehört, welches in Oaxaca ansässig ist.
Unser wundervoller Free-Tour-Guide Raoul

Er zeigt uns das, was uns wirklich interessiert: zahlreiche Informationen rund um die indigenen Völker und deren Freiheitskampf nach der spanischen „Eroberung", Zeugnisse des politischen Engagements der Stadtbewohner (die Bevölkerung in Oaxaca ist nämlich äußerst rebellisch - im positiven Sinne, versteht sich), usw. ... wir besuchen mehrere alternative Galerien, die sich politisch engagieren.
Kleine Anekdote am Rande: Da Oaxaca als kulinarisches Mekka und seine Bewohner als Kämpfernaturen bekannt sind, konnte ein Volksaufstand die Eröffnung einer MacDonalds-Filiale im Stadtzentrum verhindern - VIVA OAXACA!
Frauenrechte, Umweltschutz, Wahrung der indigenen Kultur, Ökolandwirtschaft ... das sind nur einige der Themen, die das Volk bewegen. Raoul führt uns außerdem zu einem kleinen Ökomarkt im Herzen von Oaxaca, an dem man nicht nur tolle Lebensmittel kaufen sondern auch ganz viele leckere Gerichte verkosten kann. So wird zum Beispiel Tepache verkauft - ein weinartiges Getränk, welches in 3 verschiedenen Gährungsstufen gereicht wird.
Außerdem besuchen wir eine alte Dame, die noch Schokolade nach einem alten Familienrezept herstellt und einen klitzekleinen Laden betreibt, abseits der touristischen Wege. Ein Besuch auf dem städtischen Markt, der eine Wahnsinnsauswahl an allerlei Leckereien zu bieten hat, steht im Anschluss auf dem Programm. Zum Schluss dürfen wir noch Mezcal in einem von einer Frauenrechtsgruppe betriebenen, vegetarischen Restaurant kosten. Ein passender Abschluss für eine bewegende Tour! Wir haben wirklich sehr viel über die Stadt und die Dinge, die ihre Bewohner umtreibt, gelernt ... danke, Raoul!
Im Anschluss futtern wir uns weiter durch Oaxaca - beginnend im vorher besuchten Ökomarkt, um anschließend noch die landestypische „Mole" in verschiedenen Variationen zu genießen ... leider müssen wir diesen Ort morgen früh wieder verlassen, denn so langsam neigt sich unsere Mexiko-Rundreise dem Ende zu. Am Abend gönnen wir uns noch ein leckeres Bierchen in einer netten Bar. Einen Wimpernschlag entfernt befindet sich nun unsere finale Destination in diesem faszinierenden Land.
groß - größer - Mexico City
Das letzte Mal den ADO-Bus besteigen, das letzte Mal stundenlang durch Mexiko fahren ... wir können es kaum glauben aber unsere finale Station in diesem beeindruckenden Land ist hiermit erreicht. Mexiko City erwartet uns - die Megametropole mit knapp 21,5 Millionen Einwohnern! Wir fahren gefühlt Stunden durch die Vororte, bis wir die riesige ADO-Busstation im Zentrum erreichen. Im Stadtteil Condesa beziehen wir ein AirBNB-Loft, welches komplett im Industrial-Stil eingerichtet ist. Wirklich total cool!
Unser stylisches Loft in Condesa

Am nächsten Tag düsen wir mit einem Uber-Taxi in die Innenstadt - in vielen Foren wird stets auf dieses Verkehrsmittel hin gewiesen, da es bequem und für Mexico City-Verhältnisse auch sicher ist. Preislich sind wir sehr zufrieden und nutzen somit bevorzugt diesen Dienst.
In Condesa lässt es sich gut leben
In der Innenstadt angelangt, bewundern wir das historische Stadtzentrum mit seinen Kolonialbauten und überdimensionalen Plätzen.
Für Adi als eingefleischter James-Bond-Fan darf natürlich der Besuch im „Gran Hotel Ciudad de Mexico“ nicht fehlen. Hier wurde bekanntlich die Anfangssequenz in „Spectre“ während des „Dias de Muertos“ gedreht.
Traditionelle Tänzer in martialischen Gewändern führen im Stadtzentrum Reinigungsrituale an zahlungswilligen Mexikanern nach alter Manier durch
- spannend, das mal zu beobachten ...
Der Hunger treibt uns in ein tolles vegetarisches Restaurant, in dem wir zuschlagen wie die Bekloppten. Da fällt uns auf, dass auf der Straße zahlreiche FC-Liverpool-Fans - mexikanischer Herkunft, wohlgemerkt - grölend vorbei spazieren.... ach richtig! Heute ist ja Champions League Finale!
You neeeeever walk alooooone!
Wir kriegen richtig Bock darauf, bei eins/zwei Bier dieses historische Ereignis mit zu erleben und schließen uns der Gruppe an. In einer benachbarten Bar ist alles auf die Zuschauer ausgerichtet. Der mexikanische Fanclub hat diese Location reserviert und wir mischen uns unter das Volk. Wir lassen uns ein paar Bierchen sowie unsere ERSTEN Margeritas in Mexiko sichtlich schmecken. Das Ende der Geschichte haben ja alle mit bekommen - Liverpool siegt und die ganze Kneipe ist total aus dem Häuschen!
Im Trubel lernen wir eine reizende mexikanische Familie kennen: Mama Theresa, Papa Juan-Carlos und der 29-jährige Sohn, ebenfalls Juan-Carlos, die sich ebenfalls das Spiel angeschaut haben. Wir kommen ins Gespräch, da Papa 1985 in Bamberg arbeitete und vor einigen Jahren mit der gesamten Familie aufgrund seiner Europa-Historie eine Reise dorthin unternommen hat (nebst anderen europäischen Destinationen). Nach einer Stunde ziehen wir gemeinsam mit der ganzen Familie in eine weitere Bar, in der wir das von Sohn Juan-Carlos empfohlene BESTE Bier Mexikos, „Minerva" testen ... was für ein Spaß! Es wird gelacht, über Gott und die Welt gequasselt (Sprache: Spanglisch) ... und wir „spielen" ein Aushalte-Spiel mit Elektroschocks, was in den hiesigen Bars in holder Regelmäßigkeit großen Anklang findet. Die heimische Kneipenkultur in der Hauptstadt dürfen wir sozusagen „hautnah" mit erleben.

Von Links: Juan-Carlos Jr., Juan-Carlos Sr., Theresa und unsere Wenigkeiten - was für ein toller Abend!
Wo man zu einem Gott wird ...
Unsere herzliche mexikanische Familie lädt uns umgehend für den Folgeabend zum Essen ein und wir sagen zu. Vorher jedoch besuchen wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch Teotihuácan, was übersetzt übrigens so viel heißt wie „wo man zu einem Gott wird" - eine große Ruinenstätte außerhalb von Mexiko City.
Teotihuácan (wahrscheinlich 600 v. Chr. erbaut) war einst die einflussreichste Stadt Mesoamerikas und fasste seinerzeit rund 200.000 Bewohner. Die Azteken fanden das Gebiet allerdings verlassen vor, waren jedoch so beeindruckt, dass sie diesem Ort diesen eindrucksvollen Namen verpasst haben. Und wir können die Azteken verstehen, denn die schiere Größe der Sonnenpyramide (Rang 2 der größten Pyramiden des amerikanischen Kontinents) stellt Volumen-seitig alles in den Schatten, was wir bisher gesehen haben ... !
Leider ist die Anlage, wie erwartet an einem Sonntag, ziemlich stark besucht, so dass „Schlange stehen" an der Sonnenpyramide angesagt ist.
Daher unsere Empfehlung: bloß an Wochentagen und vor allem in der Früh dort vorstellig werden (wir hatten aus Zeitgründen leider keine Wahl)! Nichts desto trotz ist es beeindruckend, dieses Bauwerk zu erklimmen und die Ausmaße der ganzen Anlage von dort oben bestaunen zu können.


Der Aufstieg und die Warterei lohnen sich auf jeden Fall - Teotihuácan ist definitiv ein „Must See“ in Mexiko und eine der beeindruckendsten Anlagen, die wir hier besichtigen durften (wobei wir Palenque tatsächlich zu unserem persönlichen Favoriten gewählt haben ... der Dschungel ist schuld).
Nach dem Abstieg schlendern wir noch über das riesige Areal, schauen uns das dort ebenfalls ansässige Museum an und fahren dann mit dem Bus zurück in die Stadt, denn wir haben abends noch etwas Aufregendes auf dem Plan, auf das wir uns schon den ganzen Tag freuen!
Wir treffen uns mit unserer neuen Familie wieder im Stadtzentrum zum Abendessen. Unser Treffpunkt, der Palacio de Bellas Artes, ist festlich beleuchtet. „So sagt uns Mexiko also ‚Auf Wiedersehen'“, denken wir uns ...

Der „Palast der schönen Künste“ in Mexico City
Dieses Mal ist auch Rodrigo, der jüngste Sohn (28), dabei. Die Vier haben uns Geschenke mitgebracht - wir sind zutiefst gerührt und ergriffen von dieser Herzlichkeit ... wir kennen uns erst einen Tag aber fühlen uns schon wie ein Teil der Familie. Der Abend ist wunderschön, vergeht viel zu schnell aber wir können uns keinen passenderen, keinen gelungeneren Abschluss unserer Mexiko-Reise vorstellen. Lange verabschieden wir uns von einander. Einladungen, die von Herzen kommen, werden ausgesprochen und wir alle sind fasziniert von der Tatsache, dass wir uns doch in so kurzer Zeit so lieb gewonnen haben. Muchas gracias, Juan-Carlos, Theresa, Juan-Carlos & Rodrigo!
Und DANKE, Mexiko, für die unvergleichliche Zeit! Was für ein wundervolles Land - die Eröffnung unserer Weltreise hätte nicht schöner verlaufen können!
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