Rumtreiber
BLOGEINTRAG #16 - WELTREISETAG 63 - 69

Palomino

06 . - 12.07.2019 - karibische Nächte in Cartagena & ein Wiedersehen im kleinen Küstenort Palomino
VIVA Colombia!!
Nachdem wir uns via Amazonas-Fahrt mit dem Frachtschiff von Peru verabschiedet haben, quartieren wir uns nun im südlichen Zipfel Kolumbiens, in Leticia, gemeinsam mit unseren 4 Begleitern Lital, Lotam, Louis und Zack im „Piranita Hostel" ein, welches sich im Zentrum des Orts befindet.
    In Letitica selbst gibt es nicht all zu viel zu tun - es sei denn, man möchte noch ein bisschen das Amazonas-Gebiet erkunden. Das haben wir bekanntlich schon in Peru getan, weshalb wir uns schnell entschließen, die Weiterreise anzutreten. Vorher jedoch spazieren wir noch ein wenig durch Leticia denn nach 3 Tagen Hängematte ist mal wieder „Füße vertreten“ angesagt. Und ein wichtiges ToDo ist schon längst überfällig: Adi muss zum Frisör!
    Nach kurzer Suche werden wir fündig - Adi findet einen geeigneten Fachmann ... doch nach kurzer Klärung der gewünschten Frisur (Adi deutet einfach auf das Foto eines Fernsehstars, welches mit 5 weiteren Bildern die Auswahl auf die einzig möglichen Varianten bietet) stellen wir fest: der Mann schielt, dass sich die Balken biegen! Doch Adi hat schon den Umhang übergestreift und los geht's mit dem Schnitt ... und siehe da - es ist ein wahrer Figaro am Werk. Die Frisur sitzt einwandfrei.
      Eine nette Mitarbeiterin unseres Hostels empfiehlt uns ein Reisebüro, in welchem wir unseren nächsten Stop organisieren. Wir lassen es uns jedoch nicht nehmen, gemeinsam mit unseren israelischen Begleiterinnen und den zwei schottischen Jungs ein für Israel landestypisches Gericht (Shakshuka) zu kochen und gemeinsam zu Abend zu essen. Die Mädels kochen - die Jungs spülen ab. Doch vorher wird noch das Spiel „Peru : Chile" des Turniers Copa America geschaut. Peru gewinnt und Leticia rastet komplett aus! Kolonnen aus Tuktuks, Mopeds und sonstigem Gefährt (zum Teil mit Menschenmassen überladen) rollen durch die Straßen! Feuerwerkskörper werden gezündet und Louis & Zack können gar nich so schnell gucken, schon werden sie auf ein Tuktuk gezerrt und haben ein Bier in der Hand, um den Korso lautstark zu unterstützen! Wir lachen uns schlapp denn da bleibt einem nichts anders übrig als einfach mit dem Strom mit zu schwimmen :-)
        Der Abend ist wirklich toll und mal wieder ein wunderschönes Beispiel für den internationalen Austausch - wir genießen das traditionelle Gericht und gehen anschließend in einer Bar noch ein Abschiedsbierchen trinken. Die Zeit und unser verrücktes Bootsabenteuer mit den Vieren hat uns wirklich extrem viel Freude bereitet!

        Am nächsten Morgen genießen wir noch ein Abschiedsfrühstück - wie so oft -in multikultureller Runde. Israelis, Araber, Südamerikaner ... alle sitzen an einem Tisch und politische Differenzen, die sonst Nationen und Kulturen trennen, sind außer Kraft gesetzt haben keinen Bestand ... genau solche Momente haben wir uns vom Reisen erwartet. Nur der Mensch zählt - seine Herkunft ist ein Geschenk und dient dem interkulturelle Austausch, der die Welt einfach bunter macht.
        Wir müssen jetzt ganz schön „Strecke" machen - unsere nächste Destination lautet Cartagena und hier müssen wir auf einen Inlandsflug zurück greifen, da die karibische Stadt komplett am anderen Ende Kolumbiens gelegen ist - gesehen von Leticia.
        Bye Bye, Amazonas!
        Wir beziehen ein supernettes Hostel mit Pool, das „Hotel Plaza de la Trinidad", im belebten Stadtteil Getsemani. In unserem Hotel lernen wir Andrea kennen, eine unglaublich nette Mitarbeiterin, die uns sofort ihre Telefonnummer gibt, um uns bei Fragen mit Rat und Tat behilflich zu sein.
        Das historische Stadtzentrum sowie Getsemani bestechen durch wunderschöne Bauten, nette kleine Cafés und hübschen Parkanlagen. Hier kann man gut und gerne einige Tage verbringen - aber man sollte es mit dem Sightseeing langsam angehen denn es ist HOT HOT HOT!!
        Wer es bunt und quirlig mag, wird sich in Cartagena gut aufgehoben fühlen. Hier tobt das karibische Leben und die Lebensfreude, die die Stadt und ihre Menschen versprühen, ist absolut ansteckend!
        Die letzten Wochen waren für uns ganz schön abenteuerlich - und so wirklich lange verweilten wir an keinem Ort bisher. Die Blogarbeit ist ziemlich kurz gekommen weil wir oftmals keinen Zugang zu Internet oder schlichtweg keine Zeit hatten. „So geht das nicht weiter!" - deshalb: Handbremse ziehen & nach Palomino reisen, ein Ort an der Karibikküste, nahe zum Tayrona Nationalpark, den wir ebenfalls planen, zu besichtigen. Doch vorher: Eine Runde Stillstand, bitte! 2 Tage die Stadt genießen, in den Pool springen, durch die Gassen schlendern und in einem bequemen Bett schlafen - vorher geht hier NIX!
        Andrea hilft uns bei der Organisation eine Transfers - die Reisegesellschaft „Marsol" befährt die Route Cargagena - Santa Marta. Von dort aus wechseln wir den Bus, um zu unserem eigentlichen Ziel zu gelangen.
        Kleiner Tipp für Kolumbien-Reisende: nehmt niemals die zeitlichen Angaben & Entfernungen für bare Münze und kalkuliert lieber mal mehr Zeit ein. Die Kolumbianer sind die „Untertreiber“ (oder Optimisten?) unter den Südamerikanern, wenn es um geschätzte Aufwandszeiten geht. Ein Fußweg von angeblich 15 Minuten kann sogar im Stechschritt mal eine halbe Stunde dauern. Das haben wir bei unserem Gewaltmarsch zur Busstation am eigenen, verschwitzten Leib erfahren dürfen ... bei späteren Erlebnissen waren wir gewappnet und das war auch gut so, denn die Angaben stimmten nie.
        Von Santa Marta aus startet der lokale Bus ca. alle 15 Minuten Richtung Tayrona. Dieser hält kurze Zeit später auch in Palomino. Hier gibt es keine Geldautomaten und ansonsten auch nicht viel Anderes - nur Ruhe, Entspannung und das tolle „Sänkala Cocos Hostel", in dem wir erst mal 2 Nächte gebucht haben.
        Die Frage des Tages:
        Welche Hängematte nehm‘ ich heut??
        Also, in Punkto „Hängematte“ macht uns ja keiner mehr was vor - da sind wir mittlerweile echte Profis! Umso genialer, dass wir hier jeden Tag ein neues Exemplar belegen können bei der vorhandenen Auswahl ... so lässt es sich
        „arbeiten“ ...
        Das Hostel ist sehr auf Ökotourismus ausgelegt: Solarstrom, Nachfüllstationen für Trinkwasser, Gebäude aus schnell nachwachsendem Rohstoff Bambus ... uns gefällt es hier so gut, dass wir kurzerhand noch um weitere Nächte verlängern. Eeeeendlich Zeit, um in Ruhe zu arbeiten und mal nicht jeden Tag den Rucksack neu packen müssen - das wissen wir gerade sehr zu schätzen! Wir nutzen die offene Küche und kochen uns fast jeden Abend ein leckeres Mahl aus frischen Zutaten.
        Ganz viele lustige Haustiere gibt's hier auch noch - von Katzen über Hunde und, natürlich, Hühner ... Da flippt besonders Esther aus aber auch Adi kann seine Begeisterung nur schwer unterdrücken.
        Zwischendurch spazieren wir am Strand entlang und baden in der nahegelegenen Flussmündung, da die Strömung im Meer ziemlich stark ist. Aber die leeren Strände sind atemberaubend schön, wild und ursprünglich.
        Und weil's so idyllisch ist, fehlt doch nur noch eine Komponente in diesem nahezu perfekten Szenario - die Sonnenuntergänge, die hier wirklich traumhaft sind und mit einem kühlen Bier in der Hand lässt es jeden gehetzten Traveller inne halten :-)
        Wenn man mal eine gewisse Zeit lang schnell gereist ist, fühlt es sich erst mal komisch an, wenn man wieder an einem Ort verweilt ... aber Palomino hat es uns schnell leicht gemacht. Hier steht die Zeit still - zumindest fühlt es sich für uns so an.
        Was sollen wir Euch sagen, ohne dass es den Leser zu Tode langweilt aber die Tage kommen und gehen - wir sind entspannt, gehen dem geschilderten Müßiggang nach und trinken kolumbianischen Kaffee während wir ein bisschen den Block voran treiben ...
        Damit die Pumpe mal ein bisschen was zu tun hat bei all der Ruhe - kolumbianischer Kaffee hab’s im Hostel immer den ganzen Tag über kostenlos ...
        Überraschung!!
        Doch jetzt kommt Leben in die Bude, denn in Palomino wartet noch ein ganz besonderes Highlight auf uns: Sofia & Johnny, unsere liebgewonnenen Reisebegleiter, von denen wir uns in Puno, Peru, trennen mussten, besuchen uns hier und planen, ein paar Tage im gleichen Hostel zu verbringen.
        Die Wiedersehensfreude ist groß und wir stoßen an diesem Abend mit reichlich Bier und Kaltgetränken auf diesen Moment an - denn in den kalten Nächten von Peru haben wir uns eins geschworen: die „Reunion" findet definitiv in Shorts und Strandnähe statt und das haben wir hiermit offiziell in die Tat umgesetzt - darauf eine Runde JENGA :-)
        Für den nächsten Abend haben wir etwas Experimentelles vor - kürzlich haben wir bei einem Spaziergang zum Strand einen Flyer in die Hand gedrückt bekommen, welcher zu einer netten, abendlichen Runde einlädt. Für das Essen zahlt man das, was man für angemessen hält.
        Wir nehmen die Einladung an und verbringen einen netten Abend mit vier weiteren Reisenden - zwei davon, Jolijn & Steven aus Belgien und Holland, sind absolut auf unserer Wellenlänge und wir verquasseln uns total. Beide sind Künstler von Berufswegen - Musiker & Schauspieler - und haben viele lustige Geschichten zu erzählen. Wir verabreden uns für den nächsten Tag zu einem Ereignis, welches wir uns extra für Sofia und Johnny aufgehoben haben - und jetzt sind wir einfach zu sechst. Das Konzept der Veranstaltung ging somit komplett für uns auf und wir bedanken uns bei unserer Gastgeberin für die tolle Erfahrung.
        In Palomino gehört das „Tubing“ zu einem der größten Highlights. Für den, der mit dieser Begrifflichkeit nicht viel anfangen kann, hier eine kleine Beschreibung: Man setzt sich in einen großen Schwimmreifen und lässt sich - meist einen Fluss entlang - im Wasser mit der Strömung treiben und das gut und gerne ein paar Stunden lang. Die Guides fahren jeden Teilnehmer mit einem Moped zum Startpunkt; den riesigen Reifen klemmt sich der Beifahrer einfach unter den Arm.
        Adi ist kaum rechts neben seinem riesigen Reifen zu erkennen
        Die Fahrt ist durchaus abenteuerlich - doch die letzten Meter müssen wir zu Fuß zurück legen. Nach einer kurzen, schweißtreibenden Wanderung geht's dann hinein ins kühle Nass!

        Cheers, Johnny!
        Also „tuben“ wir am nächsten Tag zu sechst und mit unseren lustigen Guides den Fluss bis zum Meer hinunter, jeder mit mehreren kalten Bierdosen im Gepäck - was für ein Leben!
        Toll war‘s! Doch morgen steht noch ein weiteres Highlight in dieser Region an ... eigentlich DAS Highlight ... was das ist? Das verraten wir Euch im nächsten Blog ...
        Seht mehr in unserem folgenden Vlog
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