Rumtreiber
BLOGEINTRAG #9 - WELTREISETAG 30-34
Paracas & Ica
03 - 07.06.2019 - wilde Inselwelt vor den Toren der Wüste
Weltreisestation 2: Peru
Mann ... da hatten wir jetzt so eine unglaublich geile Zeit in Mexiko ... an unserer ERSTEN Weltreisestation ... Peru wird's ganz schön schwer haben mit uns - zumindest denken wir das aktuell noch aber mal sehen, was uns die nächsten Wochen hier so erwartet ...
In Lima angekommen akklimatisieren wir uns erst mal 2 Tage in der Großstadt und kommen im schönen Stadtteil Miraflores unter - wir schauen uns ein bisschen das Zentrum an, welches wir mit dem öffentlichen Bus erreichen. Und eins können wir mit Stolz behaupten: Ölsardinen haben wir locker mit dieser Hin- und Rückfahrt in den Schatten gestellt! Da ist eine Fahrt mit der Sbahn zur Rush Hour echt Pillepalle dagegen ...
In Lima lernen wir während einer Free Walking Tour ein nettes deutsches Pärchen, Sofia und Johannes aus Köln (Sofia ist gebürtige Portugiesin), kennen. Die Beiden werden uns in den nächsten Tagen noch eine Weile begleiten und eins wird schnell klar: wir haben einen Mordsspaß mit den Beiden!
Am letzten Abend gönnen wir uns mal authentische peruanische Küche .... vegan, natürlich! Im "Sabor y Vida" schlagen wir wie die Bekloppten zu und bestellen von der Causa bis zum Lomo Saltado die Karte hoch und runter ... es ist der Wahnsinn!
Wie geht es nun von Lima aus weiter? In Mexiko sind wir stets mit der Busgesellschaft ADO gereist. In Peru heißt das vergleichbare Pendant "Cruz del Sur" ... obwohl dieses Unternehmen noch mal einen drauf setzt mit individuell wählbarem Movie-Programm, Getränkeservice und - bei längeren Fahrten - warmer und kalter Verpflegung. Purer Luxus für uns, drum wählen wir den Cruz del Sur, um zu unserer 1. wirklichen Destination zu fahren: Paracas.
Endlich wieder Bus faaahrn!
Tatsächlich schießen wir mit dieser Wahl ein bisschen spontan "aus der Hüfte" aber genau so wollen wir auch reisen: ohne feste Vorgabe und nach eigenem Gusto.
In Paracas angekommen (und total entspannt von der Busfahrt) checken wir in "Willys House" ein. In Paracas sind die meisten Hostels tatsächlich zu 50% Baustelle (das Erdgeschoss ist fertiggestellt, darüber ist Rohbau angesagt). Warum das so ist, wissen wir nicht aber uns ist es auch wurscht, da wir sehr zufrieden mit unserem Zimmerchen sind.

Paracas an sich besticht nicht durch sein wunderschönes Ambiente (das gilt zumindest für uns) - der Ort wurde offensichtlich aufgrund des schnell wachsenden Tourismus' etwas zu eilig vergrößert, fungiert jedoch eher „nur“ als Ausgangspunkt für Reisen in benachbarte Gegenden wie Ica oder Nazca bzw. zur nahegelegenen Inselgruppe „Islas Ballestas“. So wie für uns auch: am Folgetag werden wir mit dem Besuch dieser Inseln unsere Erkundungstour mit Hilfe einer gebuchten Tour starten.


Am nächsten Morgen treffen wir uns mit Sofia und Johnny am Hafen von Paracas - die Islas Ballestas, die wir mit einem kleinen Boot ansteuern werden, gelten als die Galapagos-Inseln von Peru. Humboldpinguine, Seelöwen und verschiedenste Arten von Vögeln nutzen diese schroffen Felsen als Kinderstube oder dauerhaftes Zuhause.
Schwimmwesten tragen und immer noch gut aussehen

Die Fahrt mit einem kleinen Schnellboot ist wild und rau - wir genießen die Ausfahrt, obwohl es vielen der Mitfahrer ziemlich übel wird. Wir machen einen Zwischenstopp am „Chandelier", einer riesigen Felszeichnung, die von den Ureinwohnern, den Paracas, in einen an der Küste gelegenen Berg geritzt wurde ... obwohl „ritzen" hier eher der falsche Ausdruck ist bei der Größe ... wozu dieses „Wunderwerk“ dienen sollte, ist nicht bekannt aber man geht davon aus, dass es sich um eine Art Navigationshilfe handelte.
Als wir die Inseln erreichen, begrüßt uns eine raue und ursprüngliche Natur, wie wir sie bisher nur aus Naturdokumentationen kennen. Wilde See, schroffe Felsformationen, auf denen Pinguin-Pärchen umherwandern und Seelöwen ihr Fell säubern.
Tatsächlich gehört Peru zu den größten Guano-Exporteuren der Welt - und der stammt zum Großteil von den Islas Ballestas. Hunderte Zugvögel ziehen über den Himmel und nutzen die Inseln als Rastplatz - eine unglaubliche Vielfalt an Fauna, die bisher in unseren Erfahrungen ihresgleichen sucht und uns beeindruckt und ehrfürchtig werden lässt. Uns holt immer noch die Gänsehaut ein, wenn wir an dieses Erlebnis denken ...
Nach einem kurzen Stopp an Land (ja, hier hat der ein oder andere noch sein Frühstück wieder ausgespuckt und WIR waren es NICHT) geht die Tour weiter in die Wüste - ein unwirkliches Panorama in vielen verschiedenen Farbnuancen erinnert uns an eine Mondlandschaft.
Nachmittags essen wir in einem viel zu überteuerten aber alternativlosen Restaurant Reis mit Gemüse - kleiner Tipp von uns: bei einer solchen Tour am besten Verpflegung mitnehmen!
Unser Resümee des Tages war jedoch Folgendes: Wir hätten nie gedacht, dass Peru eine solche Landschaft - voller Gegensätze, so nah bei einander - zu bieten hat!
Viele Eindrücke müssen verarbeitet werden - drum trinken wir mit Sofia und Johnny ein paar Bierchen am Strand von Paracas und schauen uns den Sonnenuntergang an. Die Zwei sind uns echt schon in kürzester Zeit ans Herz gewachsen und es macht wirklich viel Freude, gemeinsam mit ihnen zu reisen.
Sunset in Paracas
„Brennend heißer Wüstensand ... so schön, schön war die Zeit ...“ (Freddy Quinn)
Der Folgetag wird wieder abenteuerlich - wir, unsere Wenigkeiten, Sofia und Johnny, haben eine Tour nach Huacachina und Ica gewählt, da wir uns die Oasen ansehen, aber vor allem auf den Sanddünen surfen möchten. Übrigens handelt es sich beim Touranbieter um den selben wie vom Vortag.
In Huacachina angekommen, sind wir ein wenig enttäuscht von der Oase aber was danach kommt, reißt alles wieder 100fach heraus.
Ica liegt tatsächlich in einer Wüstenlandschaft aus hellem, feinem Sand - wie man sich die Wüste nun eben vorstellt. Wir erklimmen eine Düne, steigen in einen Buggy ein, der an ein martialisches Gefährt aus „MAD MAX" erinnert und dann rasen wir mit unserem Fahrer über die Dünen, die zum Teil wie Berge in die Höhe ragen!
Ungelogen kann man behaupten, dass diese Tour an eine Achterbahnfahrt erinnert: Kurven an Dünen in absoluter Schräglage, dann geht's auf der Düne fast vertikal aufwärts, um auf der anderen Seite wieder fast ins Bodenlose zu rasen ... wir kreischen vor Glück wie die Kinder! Ist das herrlich :-)
Danach geht's ab aufs Bord und dann werden die riesigen Sanddünen „besurft“ ... erst die Einsteiger-Version, dann werden die „Gebirge“ immer höher - bei der letzten Düne kneifen Sofia und Esther aber die Jungs gönnen sich den maximalen Adrenalin-Kick und flitzen in die fast vertikale Tiefe.
Die Sonne geht langsam unter - es wird saukalt aber der Anblick ist atemberaubend ... Wer hätte gedacht, dass die Einöde so schön sein kann.
Nach diesem Wahnsinns-Fetz nehmen wir zu Viert den Cruz-Del-Sur-Nachtbus nach Arequipa. Der Sand steckt echt in jeder Ritze unseres Körpers ... in JEDER Ritze! Aber egal ... das war's wert!
Seht mehr in unserem folgenden Vlog
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Tilda