Rumtreiber
Blogeintrag #7 - Weltreisetag 18-22

Puerto Escondido

22. - 26.05.2019 - Mexikanisches Beach-Life an der Pazifikküste
Wenn‘s mal wieder länger dauert ...
Der Bus nach Puerto Escondido, ein Surferparadies an der Pazifikküste, fährt pünktlich los und wir winden uns, leicht dösend, über die Straßen in Richtung Oaxaca ... aaaaber dann ist uns - wie man hier so schön sagt - "Mexiko" passiert ... was das bedeutet? Wir holen ein wenig aus:
Momentan nur eine Vorstellung auf Papier für uns: Puerto Escondido

Nach ca. 3 Stunden Fahrt - die Insassen im Bus schlummern alle tief und fest und sägen, was das Zeug hält - kommt der Bus zum stehen. Wir wurden vorher bereits mit einem speziellen Fahrzeug geröntgt, die Passagiere gefilmt, gezählt und von einem Bundesbeamten in Augenschein genommen. Alle Lichter gehen aus, der Fahrer hält inne ... dann geht es weiter - für etwa 200 Meter. Der Bus kommt erneut zum stehen, vor/neben/hinter uns geht nichts mehr und alles ist mit Lastern blockiert, die den Motor bereits abgestellt haben. Der Busfahrer bugsiert das Gefährt rückwärts auf dem Highway entlang, nimmt eine neue Route, kehrt wieder um ... Esther beobachtet das ganze Schauspiel aber so wirklich wird nicht klar, was das Problem ist. Es wird wohl mal wieder eine Straßensperre sein, die eine Hauptverkehrsader lahm gelegt hat. Suuuper. Esther registriert vor dem Einschlafen noch, dass der Fahrer erst mal wieder in Richtung San Cristobal zurück fährt.
Rundreise durch Mexico wider Willen: auf unserer aktuellen Etappe sind wir ganz schön rund gekommen

Nach weiteren 6 Stunden erwacht der Bus und nach und nach stellen wir fest, dass wir in der Region Veracruz gelandet sind ... VERACRUZ?? Äh ... aber das liegt doch komplett im Norden dieses Landesteils und fernab von unserem Ziel ... denn wir müssen doch nach SÜDEN! WHAT THE ****?! Alle fragen sich, ob das GPS funktioniert aber ja - das tut es. Der Fahrer musste die nächstgelegene Bundesstraße nehmen und die führt nunmal erst in die komplett entgegen gesetzte Richtung. Wir hoffen für Eli und Simone, die einen Bus später in unsere Richtung gestartet sind, dass sie mehr Glück hatten als wir (und das hatten sie ...).

Letztendlich sind wir jetzt nicht nur 14 Stunden unterwegs, sondern 24 .... schon mal 24 Stunden auf dem Hintern in einem schaukelnden Bus verbracht? Nein? Wir bisher auch nicht ...
Gedanken-Esther
„... Puerto Escondido ist besser der geilste Ort der Welt, sonst ...“
... und Puerto Escondido IST geil! Soviel schon mal vorab auch wenn wir erst mal vernichtend gezeichnet von der Busfahrt so gar nix richtig mitkriegen an diesem Abend (zur Erinnerung: eigentlich wären wir morgens frisch ausgeschlafen angekommen ...).

Wir checken in unsere Bleibe im Stadtteil La Punta ein, den „Cabanas Maracuya", eine Ansammlung mehrerer kleiner Bungalows mit Pool, eigener Außenküche und allem drum und dran. Top! Kostenpunkt: 14 EUR/Kopf/ Nacht inklusive Wachhund namens „Alpha“.
Und jetzt heißt es erst mal: Füße vertreten! Wir laufen zum Zicatela Beach - und werden mit einem Wahnsinnsanblick belohnt! Der Strand windet sich 2km an der Küste entlang; die Surfer reiten die hohen Wellen und überall sitzen Gruppen von gechillten Menschen, die das Leben genießen. Das Gefühl schwappt sofort auf uns über und wir genießen das, was vom Tage übrig geblieben ist: den wunderschönen Sonnenuntergang in all seiner Pracht. Nach einem Essen in einem kleinen Lokal, in welchem die Omi noch selbst ihre Tortillas backt, schlendern wir gemütlich nach Hause.
In unserem Außenbad bekommen wir endlich den Besuch, auf den wir doch schon lange gewartet haben: die sagenumwobenen „La Cucarachas" (mexikanische Kakerlaken) schauen neugierig mit ihren lustigen Antennen bei uns vorbei, verkrümeln sich aber beim Annähern sofort wieder.
Cabanas Maracuya: hier fühlt man sich in nullkommanix wie Zuhause!

Der nächste Tag ist mit Spaziergängen, Baden im Meer (auch wenn's ganz schön wild ist) und den gemeinsam mit Freunden wie Eli & Simone bestaunten Sonnenuntergängen zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgefüllt. Einen Fleißpunkt können wir jedoch einheimsen: wir melden uns für den nächsten Morgen gemeinsam mit den Beiden zum Surfunterricht an - unglaublich aber wahr!
Surfen iss wie wennste fliieechst ...
Als wir am nächsten Morgen um kurz nach 7 Uhr in der Surfschule die ersten Basics lernen, fühlen wir uns schon wie die Pro's, was aber nach 5 Minuten im Wasser recht schnell wieder verfliegt ... verdammt, so einfach ist das nun doch wieder nicht - aber sowohl Adrian als auch Esther schaffen es, die Wellen zu bezwingen und wenigstens für kurze Zeit auf dem Brett zu stehen. Die nächsten Big Wave Surfer Contests sind somit UNSER PFLASTER!
Too cool for school!

So ganz begeistert waren wir leider nicht von der Surfschule aber zumindest haben wir jetzt eine Vorstellung davon, wie man auf dem Brett zurecht kommt und wie viel Salzwasser man so im Schnitt pro Stunde schlucken muss, um Herr über dieses verdammte Brett zu werden. Wir werden es sicher noch einmal während unserer Reise austesten - genügend Wellen und Strand sollte uns in den nächsten Monaten geboten werden. Abends feiern wir unseren sportlichen Erfolg mit Cerveza am Strand und leckeren Veggie-Tacos.
Der Muskelkater am nächsten Morgen zeigt, dass Surfen nicht einfach „mal lässig aufm Board rumstehen" bedeutet sondern viel Kraft abverlangt, weswegen wir einen entspannten Nachmittag am Carrizalillo Beach mit Eli und Aviad verbringen.


Wir wechseln noch einmal kurz unser Zimmerchen und können sogar in eine luxuriösere Variante im 1. Stock umziehen - fürs gleiche Geld! Der Wahnsinn! Unser Wachhund Alpha ist auch sichtlich erfreut über unseren verlängerten Aufenthalt.
Auch wenn es für Euch Leser langweilig klingen mag - wir haben tatsächlich auch am darauf folgenden Tag nix anderes gemacht als Beach (Playa Coral ist wunderschön und menschenleer) - Food - Sunset - Beer ... Herrlich :-)
Obwohl - vormittags haben wir noch das DFB Pokalfinale im „Inky" geschaut, ein superknuffiges Café/Bar/Restaurant mit unglaublich netten Menschen, die sehr auf Müllvermeidung achten und jedem der Gäste Bambusstrohhalme schenken.
Am vorletzten Tag geben wir noch mal richtig Gas! Wir leihen uns ein Moped und düsen zu den idyllischen Örtchen Mazunte und Zipolite, die ca. eine Stunde von Puerto Escondido entfernt sind. Adi + Moped = Liebe! Aber der Clou des Tages kommt noch: Moshe, unser in San Cristobal verabschiedeter Freund aus Israel, kreuzt nochmals in unserer „Hood" auf. Wir hüpfen im Dreieck vor Freude! Somit verbringen wir unseren letzten Abend in La Punta bei Kerzenschein (ja, der Strom ist leider ausgefallen, drum gibt es auch leider keine Fotos), leckerem Essen und ein paar Bierchen in liebgewonnener Gesellschaft. Die übrigen Jungs wie Simone und Eli sind ebenfalls mittlerweile weiter gezogen ... gute Reise Euch!
Am Abreisetag nutzen wir in der Früh noch mal das Moped, welches wir für 18 EUR/Tag gemietet haben, und düsen um 7 Uhr zum Playa Coral, um uns noch einmal in die wilden Fluten des Pazifiks zu stürzen. Der Abschied naht ...
Der freundliche Krebs aus der Nachbarschaft ist auch schon früh auf den Beinen

Drink Beer with good People!
Die Anreise nach Puerto Escondido war für uns eine kleine Zerreißprobe (wir erinnern kurz an 24 Stunden im Bus - ohne Futter, Wasser oder eine begehbare Toilette, die war nämlich Sperrzone nach 10 Stunden). Aber die Zeit hier hat das alles wie einen schlechten Traum erscheinen lassen und wir Alle haben das Motto „Drink Beer with good People" in diesen 5 Tagen beharrlich in die Tat umgesetzt.
Seht mehr in unserem folgenden Vlog
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Tilda