Rumtreiber
Blogeintrag #2 - weltreisetag 2-3

Tulum

06. - 07.05.2019 - Graffitti-Mekka an der Riviera Maya
Es tropft ...
Klimaanlagen sind ja Fluch und Segen zugleich - als wir gestern das Zimmer entgegen nahmen, herrschten darin so um die 35 Grad. Ein Grund, das Gerät mal wenigstens für eine Stunde anzuschalten, obwohl wir üblicherweise absolut gegen diese Maßnahme sind. Allerdings haben wir damit unser halbes Zimmer unter Wasser gesetzt (das Ding scheint nicht all zu oft in Betrieb gewesen zu sein), weswegen Adi heute früh nach dem Aufstehen erst mal den Boden gewischt hat.

Nach dem Frühstück mit anschließendem Abwasch im Hostal starten wir mit Hilfe unseres unglaublich netten Gastgebers Joaquín, der uns 2 Räder organisiert hat, mit unserer Radtour zu den Ruinen und zum karibischen Traumstrand.
FAHRRÄDER SIND UNSERER MEINUNG NACH DAS BESTE FORTBEWEGUNGSMITTEL FÜR REISENDE IN DIESER GEGEND. TULUM IST ABSOLUT BIKE-FREUNDLICH UND DIE KURZEN WEGE PRIMA MIT DEM DRAHTESEL ZU BEWÄLTIGEN
Schweißgebadet bei tropischen 32 Grad erreichen wir den Strand und siehe da: Die Algenpest hatte auch Bock auf Mexiko und hat mal kurz (oder auch länger) rein geschaut und sich am Strand breit gemacht. Die auch als „Sargazo" bekannten Braunalgen bedrohen immer mehr die karibischen Küsten, was durch den Klimawandel und die landwirtschaftliche Überdüngung weiter verschlimmert wird. Die Menschen hier leben vom Tourismus und leiden stark unter dieser Entwicklung. Wirklich sehr schade.
Auswirkungen des Klimawandels und der konventionellen Landwirtschaft: Braunalgen

Aber abgesehen von der aktuell braunen Brühe brilliert die Ecke durch wunderschöne Eindrücke und ein einzigartiges Panorama.
Nach der wirklich schönen Rückfahrt mit den Rädern kommt uns der Sprung in den tatsächlich vorhandenen Pool (Hammer, denn das Zimmer kostet 11 EUR/Person) gerade recht.
Jetzt hauen wir uns noch was zwischen die Kiemen in einem vegetarischen Taco-Restaurant in unserer Straße, um danach gestärkt am Blog arbeiten zu können.
UNGLAUBLICH LECKER: VEGANE TACOS MIT HAMMERSCHARFER SALSA
Hurra! Unser initialer Blog-Beitrag ist fertig! Zur Belohnung geht es wieder ab auf's Rad, denn wir haben ein kleines, am Dschungel gelegenes Lokal gefunden, in dem es angeblich die besten Veggieburger Tulums geben soll ... gesagt - getan, die Burger im „Pook Chuuk" sind samt dem ersten Bier auf unserer Weltreise bestellt (ja genau, im Flieger gab's nur Carlsberg und das auch noch für 4 EUR, NIEMALS!!). Beides schmeckt unfassbar gut und der Burger geht bei uns wirklich in die Geschichte ein - mit gegrillter Banane, Limetten, Chipotle-Soße und viel Koriander ein wahres Feuerwerk in unseren Mündern!


„Wo ist denn der Radweg?“ (Esther)
Noch haben wir den zeitlichen Rhythmus nicht in voller Perfektion angenommen und sind recht früh wach. Um 6 Uhr ist die Nacht vorbei aber gar kein Problem - zu tun gib's ja genug. Ohne Frühstück schwingen wir uns auf's Rad und pflügen uns durch den morgendlichen Verkehr in Richtung der „Grand Cenote", die wir im Visier haben. Für Alle, die es noch nicht wissen: Cenoten sind Kalksteinlöcher , in denen sich nach und nach Süßwasser angesammelt hat. Oftmals kann man darin schwimmen, was wir jetzt definitiv vor haben nach der gestrigen Algenpleite.

Als wir die Stadtgrenze erreichen, führt uns der Weg über den Highway weiter ... doch bei Esther regt sich folgender Gedanke: ... äh ... warte ... über den Highway ...? Mit dem FAHRRAD?! Wo ist der Radweg?! NO WAY! Da ist es wieder - dieses "deutsche" Gefühl ... doch Adrian erwidert: Ist doch egal - wir sind in Mexiko (Gedanken-Esther: "Wenn das meine Mutter wüsste ..."). Aber Adi hat recht: Just do it!

Nach und nach merken wir, dass das wirklich kein Problem ist, da wir auf viele andere Radfahrer treffen - also an alle Mamis: das war voll in Ordnung :-)



Die Cenote ist grandios! Das Wasser schimmert türkisblau und ist glasklar, überall schwimmen kleine Schildkröten umher und in den Höhlen, die sich rund herum gebildet haben, nisten Vögel - aber das Größte kommt ja noch ... eine weitere Höhle tut sich auf, durch die man zu einer weiteren Cenote schwimmen kann - und da sind sie: Hunderte von wundervollen Fledermäusen, die mit ihren kleinen Füßchen an der Decke hängen und ab und zu eine Ehrenrunde drehen - da freut sich das Tierfreunde-Herz und wir springen herum wie kleine Kinder vor Begeisterung!
Übrigens ist es total schlau, von einer kühlen erfrischenden Cenote um die Mittagszeit zum nächsten Schauplatz zu radeln. Total schlau ... wir sind fast dem Hitzetod zum Opfer gefallen. Aber nach einem beherzten Sprung in den Pool unseres Hostals können die überhitzten Birnen wieder klar denken - und der Magen auch.

Um die Ecke beim "Tropic Q" wird uns ein leckeres 3-Gänge-Menü kredenzt, bestehend aus Kaktussuppe, einem Reis-/Nudelgericht und einem Bananen-Pancake mit schwarzen Bohnen sowie einer Karaffe hausgemachter Gurken-Limetten-Limo. Was das alles in allem gekostet hat? Na 8,50 EUR ... die Gastgeber, eine ältere Dame sowie ein netter Herr, der wohl ihr Sohn ist, sind unglaublich nett, wie eigentlich alle Menschen, die wir bisher getroffen haben. 3-Gänge-Menüs übrigens sind um die Mittagszeit für einen schmalen Taler üblich hier in Mexiko.
Kaktussuppe und Gurken-Limetten-Limo im „Tropic Q“

Unser nächstes Reiseziel steht übrigens fest, wird aber noch nicht verraten - die Bustickets von ADO für rund 27 EUR gesamt stecken bereits in der Tasche. Der restliche Nachmittag verläuft mit „Arbeit" und weiteren Poolgängen angenehm entspannt - was will man auch sonst während der heißesten Zeit des Tages machen?!

An unserem finalen Tulum-Abend rühren wir noch mal ordentlich die Taco-Trommel und speisen im „El Canaston", ein wirklich hübsches kleines Gartenrestaurant mit einer breiten Auswahl an Tacos und Säften. Das Angebot lässt uns förmlich durchdrehen, weshalb wir das Tagesbudget um sage und schreibe 8 EUR überziehen! Adis Schwabenherz blutet schwer - auch wenn wir die Tage zuvor ein bisschen was eingespart haben. Das war's aber wert!
CHILLOUT-FEELING IM „EL CANASTON", DAS ANGEBOT AN TACO-VARIATIONEN IST RIESIG
Zufrieden und mit kugelrundem Taco-Bauch lässt sich sagen: Tulum, schön war's bei Dir!

Zum Einstieg in unsere Weltreise warst Du der absolute „Place to be“ und hast uns mit der allgegenwärtigen mexikanischen Gastfreundschaft, karibischer Schönheit (okay ... bis auf die Algen) und kulinarischen Highlights empfangen. Du hast Dich für uns als ausgesprochen veggie-freundlich erwiesen. Wir haben unglaublich lecker gegessen und die V-Option war niemals ein Problem, ganz im Gegenteil. Du beeindruckst durch Dein buntes Stadtbild mit all den schönen Graffitti-Kunstwerken und versprühst einen entspannten Hippie-Livestyle - genau unser Ding!
Seht mehr in unserem zweiten Vlog
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Tilda